Kanes Torflaute? Bayerns Nervosität gegen Union Berlin

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📅 21. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 21.03.2026 · Bayern gegen Union Berlin · Aktualisiert 24.03.2026

Freitagabend unter Flutlicht in Berlin, und es fühlte sich… seltsam an. Bayern München, die Maschine, die ihre Bundesliga-Gegner normalerweise überrollt, wirkte beim 1:0-Sieg gegen Union etwas schwerfällig. Sicher, sie holten die drei Punkte, aber wenn man sie beobachtete, hätte man meinen können, sie würden immer noch den Kater von der Champions-League-Niederlage gegen Lazio abschütteln, auch wenn die Mannschaft von Thomas Tuchel wenige Wochen zuvor Darmstadt mit 5:2 besiegt hatte. Harry Kane erzielte das einzige Tor, sein 31. Ligatreffer in 27 Einsätzen, aber die Gesamtleistung war kaum ein Zeichen der Entschlossenheit.

Die Sache ist die, Union Berlin ist nicht gerade ein Kinderspiel, besonders zu Hause. Erinnern Sie sich an die letzte Saison, als sie hoch im Kurs standen und sogar eine Zeit lang die Tabelle anführten? In diesem Jahr sind sie von diesem Tempo abgekommen und belegen vor diesem Spiel mit nur 29 Punkten aus 27 Spielen den 13. Platz in der Liga. Aber sie spielen immer noch mit einem Knurren, einer Art organisiertem Chaos, das selbst die besten Teams frustrieren kann. Bayern sollte jedoch über bloße Frustration erhaben sein. Sie sollten diktieren, dominieren. Stattdessen fühlte es sich wie ein Kampf an.

Kontext und Geschichte

**Tuchels Mittelfeld-Experimente**

Hier ist die Sache: Tuchel spielt ständig mit dem Mittelfeld herum. Leon Goretzka und Konrad Laimer starteten gegen Union, eine Paarung, die manchmal mehr nach Muskeln als nach kreativem Funken aussieht. Joshua Kimmich, wohl ihr einflussreichster Passgeber, wurde mehr herumgeschoben als eine Schachfigur. Kimmich spielte eine Zeit lang Rechtsverteidiger, dann wieder im Mittelfeld, und fühlt sich jetzt etwas unruhig. Gegen Union war er wieder im Pivot neben Goretzka. Bayerns bester Fußball in dieser Saison kam, als Kimmich das Tempo aus der Tiefe diktierte, nicht wenn er wie ein Box-to-Box-Mittelfeldspieler den Raum abdecken musste. Erinnern Sie sich an das 8:0 gegen Darmstadt im Oktober? Kimmich führte die Show aus der Mitte.

Und sprechen wir über Kane. Ja, er hat eine unglaubliche Anzahl von Toren erzielt. Sein Kopfball gegen Union war klassischer Kane – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber selbst die besten Stürmer durchlaufen Phasen, in denen der Ball nicht ganz kleben bleibt oder die Chancen nicht so klar sind. Bayern hatte 23 Schüsse gegen Union, aber nur 10 waren auf das Tor. Das ist nicht schlimm, aber für eine Mannschaft mit ihrer Feuerkraft würde man eine höhere Verwertungsquote oder zumindest gefährlichere Versuche erwarten. Er blieb in vier seiner letzten sieben Spiele in allen Wettbewerben ohne Tor. Das ist keine ausgewachsene Krise, aber es ist ein Rückgang für einen Spieler, der zu Beginn der Saison fast jedes Mal traf, wenn er auf dem Platz stand.

Aktuelle Situation

Das größere Problem für Bayern ist ihre mangelnde Konstanz. Anfang März verspielten sie eine 2:0-Führung gegen Freiburg und spielten 2:2. Im Februar verloren sie 3:2 gegen Bochum. Das sind nicht die Ergebnisse einer Mannschaft, die im Autopilot-Modus fährt. Sie sind immer noch Zweiter in der Bundesliga, zehn Punkte hinter Leverkusen, die nach 27 Spielen ungeschlagen bleiben. Der Titelkampf ist praktisch vorbei, was ein Teil des Problems sein könnte – ein psychologischer Einbruch, wenn das Hauptziel unerreichbar ist.

Meine gewagte These? Bayern leidet unter einem schweren Fall von "Nagelsmann-Kater". Julian Nagelsmann wurde letzten März entlassen und durch Tuchel ersetzt, und obwohl die Trophäen in der letzten Saison weiterkamen, war der Fußball seitdem nicht immer überzeugend. Die Mannschaft scheint immer noch ihre Identität unter Tuchel zu finden, und das ist eine gefährliche Situation für einen Verein, der Perfektion verlangt.

Sehen Sie, Bayern wird immer noch viele Spiele gewinnen. Sie werden wahrscheinlich immer noch einen tiefen Lauf in der Champions League machen, besonders mit dem Rückspiel gegen Arsenal nach einem 2:2-Unentschieden in London. Aber wenn sie mit der gleichen zögerlichen, fast mühsamen Energie spielen, die sie gegen Union Berlin gezeigt haben, werden sie gegen Europas Elite keine Chance haben. Meine kühne Vorhersage: Wenn Tuchel sich nicht wirklich auf ein konstantes Mittelfeld einigt und Kimmich wieder in Topform bringt, wird Bayern im Halbfinale der Champions League ausscheiden, egal gegen wen sie spielen.