Der verschärfte Griff der Premier League: Wer schwitzt wegen PSR?

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Daniel Okafor
World Football Writer
📅 Zuletzt aktualisiert: 17.03.2026
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📅 15. März 2026⏱️ 5 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 15.03.2026 · 📖 4 Min. Lesezeit · 842 Wörter

Everton kennt die Profit- und Nachhaltigkeitsregeln (PSR) der Premier League nur zu gut. Im November 2023 erhielten sie einen Abzug von 10 Punkten, der später nach Berufung auf sechs reduziert wurde, weil sie die Regeln im Zeitraum bis 2021-22 verletzt hatten. Im März 2024 wurden ihnen dann weitere zwei Punkte für ihren Verstoß von 2022-23 abgezogen. Das sind acht Punkte in einer Saison, die sie gefährlich nahe an die Championship bringen. Ihr jüngster Verstoß zeigte Verluste von 166,6 Millionen Pfund über den dreijährigen Bewertungszeitraum, was den Schwellenwert von 105 Millionen Pfund weit überschreitet.

Hier ist der Deal mit PSR: Vereine dürfen über einen rollierenden Dreijahreszeitraum nicht mehr als 105 Millionen Pfund verlieren. So einfach ist das. Für Vereine, die in dieser Zeit in der Championship waren, sinkt die Grenze auf 13 Millionen Pfund pro Saison, die sie außerhalb der höchsten Spielklasse waren. Aber es ist keine reine Bilanzzahl. Bestimmte Ausgaben, wie Investitionen in Infrastruktur, Frauenfußball und Nachwuchsförderung, können von der Gesamtverlustberechnung abgezogen werden. Auch COVID-19-bedingte Verluste durften eine Zeit lang angepasst werden, obwohl diese Flexibilität nun weitgehend verschwunden ist. Diese "Add-backs" sind entscheidend, um zu verstehen, wie Vereine ihre Bücher führen.

Nicht jeder Verein spielt nach den gleichen Finanzregeln, insbesondere wenn es um Eigentümerinvestitionen geht. Wenn ein Eigentümer Kapital einschießt, geschieht dies oft in Form von Eigenkapital. Wenn er jedoch Betriebsverluste deckt, ist das im Wesentlichen Umsatz, der in die PSR-Berechnung einfließt. Das ist eine Gratwanderung, die Vereine mit unglaublich reichen Gönnern manchmal umgehen. Man denke nur daran, wie Newcastle United unter saudischer Führung plötzlich das Potenzial für massive Ausgaben hatte, aber diese Regeln vor ihrem jüngsten Zustrom von Sponsoringverträgen immer noch sorgfältig navigieren musste.

Wer ist also noch im Visier? Nottingham Forest erhielt im März 2024 einen Abzug von vier Punkten wegen eines Verstoßes von 34,5 Millionen Pfund über den erlaubten 61 Millionen Pfund für ihren Bewertungszeitraum (sie verbrachten zwei Saisons in der Championship). Hier schlägt der reduzierte Schwellenwert wirklich zu. Sie argumentierten, dass der Verkauf von Brennan Johnson an Tottenham für 47,5 Millionen Pfund am Transferstichtag ihre Verluste minderte, aber die unabhängige Kommission kaufte es nicht vollständig ab und erklärte, der Verkauf hätte früher erfolgen können.

Ganz ehrlich: Chelsea und Manchester City sind zwei große Vereine, die ständig auf einem schmalen Grat wandern, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Chelseas aggressive Ausgaben unter Todd Boehly, die seit Sommer 2022 über 1 Milliarde Pfund betragen, wurden ausführlich diskutiert. Sie haben langfristige Verträge genutzt, um Transfergebühren über viele Jahre zu amortisieren, was hilft, den finanziellen Schlag zu verteilen, aber das schiere Volumen der Ausgaben ist atemberaubend. Sie verzeichneten für die Saison 2022-23 Vorsteuerverluste von 90,1 Millionen Pfund. Ihre Strategie, Jugendspieler wie Mason Mount für 55 Millionen Pfund an Manchester United oder Kai Havertz für 65 Millionen Pfund an Arsenal zu verkaufen, generiert "reinen Gewinn" in den Büchern, was für die PSR-Konformität entscheidend ist.

Manchester City hingegen sieht sich 115 Anklagen der Premier League wegen angeblicher Verstöße gegen Finanzregeln zwischen 2009 und 2018 gegenüber. Hier geht es nicht nur um PSR; es ist eine viel umfassendere Untersuchung, die Vorwürfe über überhöhte Sponsoringverträge und nicht offengelegte Zahlungen beinhaltet. Dieser Fall läuft noch und könnte zu beispiellosen Sanktionen führen, einschließlich Punktabzügen oder sogar dem Ausschluss aus der Liga. Wenn diese Anklagen Bestand haben, würden Evertons Sorgen wie ein Strafzettel aussehen.

Andere Vereine spüren sicherlich den Druck. Leicester City, das derzeit um den Aufstieg aus der Championship kämpft, wurde bereits von der Premier League wegen angeblicher PSR-Verstöße in ihrer letzten Saison in der höchsten Spielklasse (2022-23) angeklagt. Wenn sie aufsteigen, könnten sie die nächste Saison mit einem Punktabzug beginnen. Die Wolves verzeichneten für die Saison 2022-23 ebenfalls Verluste von 80,1 Millionen Pfund, was sie nahe an die Grenze brachte. Sie waren proaktiv, kürzten Ausgaben und verkauften Spieler wie Ruben Neves für 47 Millionen Pfund an Al-Hilal, um die Bücher auszugleichen.

Hier ist meine heiße These: Die Premier League benutzt Everton und Forest als Beispiele. Sie wollen zeigen, dass sie es ernst meinen. Die Zeiten der ungezügelten Ausgaben, selbst von Eigentümern mit tiefen Taschen, werden eingedämmt. Erwarten Sie, dass in den nächsten 12-18 Monaten weitere Vereine erwischt werden, da diese Regeln strenger angewendet werden.

Die Durchsetzung der PSR durch die Premier League dient nicht nur der Fairness; es geht darum, ein Wettbewerbsgleichgewicht aufrechtzuerhalten, oder zumindest die Illusion davon. Die Welt der Transfermarktaktivitäten wird sich weiter verschieben, da Vereine "reine Gewinn"-Verkäufe und kreative Buchhaltung priorisieren, um innerhalb der Grenzen zu bleiben. Ich prognostiziere, dass wir innerhalb des nächsten Jahres mindestens zwei weitere signifikante Punktabzüge wegen PSR-Verstößen sehen werden, wobei einer davon einen Verein treffen wird, der sich derzeit in der oberen Tabellenhälfte befindet.